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Apples erstes Foldable

iPhone Duo: ein neues Kapitel – und unser erstes Hands-on!

Technik, Preise, Termine – und die Rechnung, für wen sich das faltbare iPhone wirklich lohnt. Außerdem hatten wir die Gelegenheit, uns das Foldable persönlich anzusehen.

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Sieben Jahre lang hat die Konkurrenz bereits Smartphones mit Scharnieren gebaut, Displays geknickt und die Falte bestmöglich „weggebügelt“. Apple sah aufmerksam dabei zu und lernte aus den Fehlern der anderen. Seit dem 9. September mischt nun auch Cupertino im Segment der sogenannten Foldables ordentlich mit: das iPhone Duo, aufgeklappt das bislang dünnste iPhone, zugeklappt dünner als das iPhone classic – und dabei zugleich das Apple-Smartphone mit der größten Bildschirmfläche. Der Verkauf beginnt am 23. Oktober, die Vorbestellung startet bereits am 16. Oktober um 14 Uhr. Wer zugreifen will, entscheidet sich daher bald. Die folgenden Seiten erzählen daher nicht die Produktvorstellung nach, sondern legen den Fokus auf das, was bis zum Stichtag zählt: belegte Daten, Antworten auf offene Fragen – und am Ende eine nüchterne Rechnung, für wen Preise ab 2.299 Euro angemessen sind und für wen das iPhone 18 Pro Max bei all dem Hype die klügere Wahl bleibt.

Herbst-Angebot

Größenvergleich

(Bild: Mac Life)

Aufgeklappt gegen das iPhone 18 Pro Max bietet das Innendisplay 50 Prozent mehr Fläche. Das iPad misst 8,3 Zoll und bleibt damit ein klein wenig größer als das geöffnete Duo. Zugeklappt gegen iPhone 13 mini: Beide messen 5,4 Zoll in der Diagonale, die Flächen unterscheiden sich trotzdem erheblich ob des Seitenverhältnisses: 19,5:9 gegen rund 1,4:1. Diagonalen taugen also nur bedingt zum Vergleichen. Zugeklappt gegen iPhone 18 Pro: 90 Prozent von dessen Displayfläche. Apple vergleicht die geschlossene Grundfläche mit einem Reisepass.

Das iPhone Duo ist das dünnste iPhone, das es je gab – wenn es aufgeklappt ist.
Das iPhone Duo ist das dünnste iPhone, das es je gab – wenn es aufgeklappt ist. (Bild: Stefan Molz)

Die neue Form

Das Duo klappt auf wie ein Buch. Außen sitzt ein 5,4 Zoll großes Super-Retina-XDR-Display mit 1.398 x 2.034 Bildpunkten, laut Apple 90 Prozent der Fläche eines iPhone 18 Pro. Innen warten 7,6 Zoll mit 1.878 x 2.670 Bildpunkten und Nanotextur. Beide Displays teilen sich dasselbe Seitenverhältnis, der Inhalt wächst beim Aufklappen also gleichmäßig. Rechnerisch stimmt das ungefähr: Außen ergeben die Pixel 1,455:1, innen 1,422:1. Dynamic Island, Always-on, ProMotion mit bis zu 120 Hertz und 3.000 Nits Spitzenhelligkeit im Freien können beide Bildschirme.

Das iPhone Duo auf einen Blick

Preise

2.299 Euro mit 256 GB, 2.549 Euro mit 512 GB, 3.049 Euro mit 1 TB und 3.799 Euro mit 2 TB.

Farben

Sternenweiß und Nachthimmel

Displays

Außen 5,4 Zoll, innen 7,6 Zoll, Super Retina XDR mit ProMotion, Always-on, Dynamic Island und 3.000 Nits.

Maße

Zugeklappt 117,8 × 84,1 × 11,3 Millimeter, aufgeklappt 117,8 × 164,6 × 5,2 Millimeter, 254 Gramm.

Chip

A20 Pro, wie im 18 Pro.

Kameras

Zweimal 48 Megapixel Fusion, außen 12 Megapixel Center Stage, innen FaceTime-Kamera unter dem Display.

Tasten

Seitentaste mit Touch ID, Lautstärke, Kamerasteuerung – eine Aktionstaste fehlt.

Funk

N1 mit WLAN 7, Bluetooth 6 und Thread, C2-Modem mit 5G, nur eSIM.

Schutz

IP68.

Sonstiges

Apple Intelligence, Entsperren per Touch ID, Apple Pencil (USB-C) später im Jahr.

Das Gewicht beträgt 254 Gramm, zugeklappt misst das Duo 117,8 x 84,1 x 11,3 Millimeter, aufgeklappt 117,8 x 164,6 x 5,2 Millimeter. Geschlossen trägt es ziemlich genau so dick auf wie zwei aufeinandergelegte iPhone Air, was bei einem Gerät aus zwei Hälften niemanden überrascht.

IMAX-Kino in der Hosentasche?

Das Innendisplay des iPhone Duo kommt dem IMAX-Format nahe. Klassisches IMAX zeigt 1,43:1, das Duo rechnerisch 1,4217:1. Zwischen beiden liegen 0,6 Prozent, also weniger, als die meisten Augen im Kinosessel je bemerken würden. Christopher Nolans „The Odyssey“ wurde in genau diesem Verfahren gedreht. Bei IMAX selbst hält sich die Begeisterung übrigens in würdevollen Grenzen: Man freue sich für Apple, „schaue Filme aber nach wie vor nicht auf einem Telefon“. Ein Telefon passt im Gegensatz zu einem Lichtspielhaus aber in die Hosentasche. Schwerer wiegt die praktische Einschränkung: Filme im vollen 1,43:1 gibt es fürs Wohnzimmer praktisch nicht. Selbst „The Odyssey“ erscheint am 17. November digital und auf Ultra-HD-Blu-ray nach bisherigen Angaben in 1,78:1, also im gewohnten Breitbild. Zum IMAX-Kino wird das iPhone Duo also nicht, das Format zahlt sich eher beim Lesen und beim Arbeiten mit mehreren Apps aus.

(Bild: Stefan Molz)

Die Geschichte des Foldables

2019: Galaxy Fold

Samsung liefert nach Displaypannen und Verschiebung.

2019: Huawei Mate X

Das Telefon faltet nach außen, das Display liegt frei.

2020: Motorola Razr

Die legendäre Klappe kehrt zurück, diesmal mit Bildschirm.

2020: Galaxy Z Flip

Zum ersten Mal ersetzt ultradünnes Glas den Kunststoff.

2021: Galaxy Z Fold3

Die Kamera wandert unter das Display, dazu Wasserschutz.

2021: Oppo Find N

Ein kleineres Scharnier ermöglicht eine flachere Falte.

2023: Honor Magic V2

Mit weniger als 1 Zentimeter beginnt der Schlankheitswahn. 

2023: Pixel Fold

Google steigt in den Markt ein und setzt auf ein breites Format.

2025: Galaxy Z Fold7

Spürbar dünner und leichter – ab 2.109 Euro.

Gebaut zum Falten

Der Sperrbildschirm des aufgeklappten iPhone Duo – wie Sie sehen, sehen Sie keinen Falz.
Der Sperrbildschirm des aufgeklappten iPhone Duo – wie Sie sehen, sehen Sie keinen Falz. (Bild: Stefan Molz)

Der umlaufende Rahmen besteht aus spiegelpoliertem Titan der Klasse 5. Dabei handelt es sich um eine leichte und besonders feste Metallmischung, bei der kleine Anteile Aluminium und Vanadium das Titan widerstandsfähiger machen. Die Abdeckung des Scharniers fertigt Apple indes im 3D-Druck aus recyceltem Titan. Vorn schützt Ceramic Shield 2 das Außendisplay, laut Apple mit dreifach besserer Kratzfestigkeit als noch bei der vorherigen Generation, hinten wird als Material Ceramic Shield der vorangegangenen Generation genutzt. Das Innendisplay trägt über dem hochfesten Glas eine kratzfeste Nanotextur-Schicht aus einem speziellen Kunststoff, den Apple als bis zu 40 Prozent steifer nennt als branchenübliche Materialien. Innen versteifen Stützrippen die Konstruktion, in den Antennenschlitzen sitzen Einsätze aus Keramikfaser. Die Zertifizierung lautet IP68. Das bedeutet: staubdicht und bis zu 30 Minuten in maximal 6 Metern Wasser geschützt – seitens Apple ein Laborwert, kein Versprechen für den nächsten Schnorchel-Ausflug.

Elegant passt sich iOS an die Gegebenheiten an.
Elegant passt sich iOS an die Gegebenheiten an. (Bild: Stefan Molz)

Den „Antrieb“ übernimmt der A20 Pro, jener hochintegrierte Chip, der auch im iPhone 18 Pro (Max) zum Einsatz kommt. Das neue Chip-Gehäuse nach Vorbild der M-Serie koppelt ihn auch im iPhone Duo direkt an eine eigens entwickelte Dampfkammer, welche die Wärme effektiv abführt. Die Energie für all das liefern im Duo, der Name lässt es auch hier erahnen, gleich zwei Akkus, einer je Hälfte, die die Software intern zu einem einzigen verrechnet.

Die Falte und der Trick

Jedes faltbare Display hat konstruktionsbedingt eine Falte. Der Aufbau des Bildschirms hält sie klein: Hochfestes Glas liegt über und unter dem Faltpanel, Spezialkleber lässt die Lagen wie Buchseiten aneinander vorbeigleiten und senkt so die Biegespannung, eine Titanplatte stützt von unten. Der Trick: Eine nanotexturierte Deckschicht streut Licht, statt es zurückzuwerfen. Das so mattierte Display lässt die Falte flacher wirken als bei Mitbewerbern. Außerdem „spielt“ iOS 27 bewusst mit der Falte und macht sie, wo sinnvoll, zum Teil des Bedienerlebnis.

Das Scharnier

Über 100 Bauteile stecken laut Apple allein im Scharnier, und sie bewegen mehr als nur „den Deckel“. Sie steuern das butterweiche Öffnen und Schließen, zudem stützen sie die Mitte des Displays und halten es aufgeklappt flach. Eine clevere Anordnung an Magneten hält das Gerät zuverlässig geschlossen. Die Abdeckung aus Titan trägt ein mikrogestrahltes Finish und setzt sich damit bewusst vom polierten Rahmen ab, ähnlich, wie ein edler Buchrücken. Die Frage ist: Wie fühlt sich das nach zwei Jahren täglichen Auf- und Zuklappens an?

30 Minuten mit dem Duo

Ein neues iPhone? Kommt so zuverlässig wie der Herbst. Ein neuer Formfaktor dagegen kam noch nie – bis zum iPhone Duo. Gefühlt viel zu kurz durfte ich es Mitte September in Apples Büros in Berlin bereits in den Händen halten.

Geschlossen liegt es trotz seiner Breite erstaunlich gut in der Hand, der Metallrahmen verbreitet dabei iPhone-Air-Gefühle. Als man mich bat, es in die Hosentasche zu stecken, zögerte ich keine Sekunde (musste es dann aber doch wieder hergeben).

Apple hat die Haptik perfektioniert: Das Aufklappen benötigt gefühlt exakt die richtige Menge an Kraft, „klappt“ auch einhändig, und das Scharnier hält brav Zwischenstellungen. Zu schließt das Duo mit einem magnetischen Klack, das man gern mehrmals hören möchte. Die Falte? Sichtbar, aber unaufdringlich. Das verdankt sie wohl der Nanotextur, die Apple erstmals serienmäßig auf ein iPhone bringt, und zwar auf ein Innendisplay fast in iPad-mini-Größe. Auch gegen Reflexe ist sie Gold wert.

iOS 27 macht aus dem Scharnier sogar ein Stilmittel und betont die Falte dezent. Auch Apps nutzen das: Netflix etwa berechnet bei aufgestelltem Gerät eine Spiegelung des Videos auf der unteren Hälfte.

Split View scheint so genial wie versprochen, App-Paare wechsle ich per App Switcher im Handumdrehen. Außen reichen 5,4 Zoll für Vieles, fürs Surfen wünschte ich mir jedoch mehr Platz.

Sichtbarster Kompromiss: die FaceTime-Kamera hinter dem Innendisplay, die ob der ausgesparten Mattierung über ihr ins Auge fällt. Face ID in der Dynamic Island des iPhone 18 Pro löst Apple eleganter. Touch ID habe ich nicht getestet, das nehme ich gelassen. Die Aktionstaste aber fehlte mir, auf die bin ich konditioniert!

Die Kamera

Die beiden Kameras auf der Rückseite des iPhone Duo.
Die beiden Kameras auf der Rückseite des iPhone Duo. (Bild: Stefan Molz)

Das Duo fotografiert rückseitig mit zwei Modulen. Die 48-Megapixel-Fusion-Hauptkamera (Brennweite 26 Millimeter, Blende f/1.6) speichert wahlweise mit voller Auflösung oder in den voreingestellten 24 Megapixeln, stabilisiert per Sensorverschiebung und bringt ein integriertes 2-fach-Tele in optischer Qualität. Dazu kommt ein 48-Megapixel-Fusion-Ultraweitwinkel (13 Millimeter, f/2.2), laut Apple derselbe wie in den 18-Pro-Modellen. Zwei Dinge fehlen maßgeblich gegenüber dem 18 Pro (Max): das lange 100-Millimeter-Tele und die variable Blende von f/1.48 bis f/4.0. Beides braucht Bauhöhe, und die gibt ein Gehäuse von 5,2 Millimetern zumindest derzeit nicht her. Vorn sitzen zwei Kameras: außen eine Center-Stage-Einheit mit 12 Megapixeln (das 18 Pro löst an dieser Stelle mit 18 Megapixeln auf), innen eine FaceTime-Kamera unter dem Display, die in 1080p aufzeichnet. Video nimmt das Duo mit der Hauptkamera in 4K mit 120 Bildern pro Sekunde und Dolby Vision auf.

Kommt das iPhone Duo Pro?

Nicht heute, nicht morgen. Aber abwegig ist der Gedanke nicht. Dafür spricht: Apple differenziert seine Telefone seit Jahren über die Kamera. Dem Duo fehlen das lange Tele und die variable Blende, und genau daran ließe sich ein teureres Modell aufhängen. Ein erstes faltbares Gerät ist „historisch“ betrachtet außerdem selten das letzte seiner Art: Apple steht hier am Beginn einer langen Reise, man denke etwa zurück an das erste iPhone von 2007 und daran, wie viel besser die Folgegenerationen waren.Dagegen spricht: Ein Periskop-Tele braucht Bauhöhe, die ein Faltgerät in der Form nicht hergibt, so die Hälften dünn bleiben sollen. Und beim Preis ist die Pro-Marge längst eingepreist – auch ohne den Zusatz im Namen. Wahrscheinlicher ist, dass wir schon Ende 2027 ein iPhone Duo der 2. Generation sehen, das dann vermutlich schlicht nochmals „besser faltet“, dünner gebaut ist und vielleicht sogar weniger kostet.

Die fünf genialen Foto-Tricks des iPhone Duo

Die fünf genialen Foto-Tricks des iPhone Duo

1: Smart Foto

… ersetzt den Selbstauslöser: Künstliche Intelligenz auf dem Gerät beobachtet die Szene und löst aus, sobald alle posieren. Wer sonst hinter der Kamera steht, kommt damit endlich mit aufs Bild!

2: Duo Preview

… spiegelt die Vorschau der Rückkameras auf das Außendisplay. Die fotografierte Person (oder man selbst) sieht, wie sie im Bild sitzt, und korrigiert sich, bevor jemand „noch einmal, bitte“ sagen muss.

3: Blickfang

… spielt auf dem Außendisplay über zwei Dutzend Peanuts-Animationen ab – welches Kind sieht dem Treiben von Snoopy und Woodstock nicht gerne zu (und blickt dabei, positiver Nebeneffekt, lächelnd in die Kamera)?

4: Duo FaceTime

… holt Anwesende über das Außendisplay in einen laufenden Videoanruf mit hinein, ohne dass sich alle um nur einen Bildschirm drängen müssen.

5: Selfies

… mit der Rückkamera samt Vorschau auf dem Außendisplay liefern die volle Qualität der Hauptkamera – die Funktion, die für Selfie-Fans am ehesten zur Gewohnheit werden dürfte. Duo Preview führt Apple im Datenblatt bei den Rückkameras, Smart Foto und Blickfang zusätzlich bei der äußeren Frontkamera.

(Bild: Apple)

Das Faltphone-ABC

Falte

Die „Knickstelle“, an der sich das Innendisplay biegt. Sichtbar vor allem bei flachem Lichteinfall, fühlbar quer zur Wischrichtung.

Split View

Zwei Apps nebeneinander auf dem aufgeklappten Bildschirm des iPhone Duo zeigen, wie einfach Multitasking auf dem iPad funktionieren könnte.

UTG

„Ultra Thin Glass“, Branchenbegriff für hauchdünnes Glas als oberste Lage faltbarer Panels. Biegsam, aber empfindlicher als das Deckglas starrer Telefone.

Under-Display-Kamera

Eine Kamera hinter dem Panel. Die Pixel darüber schalten sich bei Bedarf durch, im Duo steuert das der A20-Pro-Chip.

Nanotextur

Eine mikroskopisch aufgeraute Oberfläche, die Spiegelungen streut statt sie zurückzuwerfen. Bekannt von Studio Display, iPad und MacBook Pro.

Dampfkammer

Eine flache Kammer mit verdampfender Flüssigkeit, welche die Wärme vom Prozessor wegträgt und die Dauerleistung stabil hält.

Alltag und Entscheidung

Aufgeklappt ist das iPhone Duo etwas größer als eine Hand.
Aufgeklappt ist das iPhone Duo etwas größer als eine Hand. (Bild: Stefan Molz)

iOS 27 lernt das Falten von Apps

Ab Werk kommt das iPhone Duo mit iOS 27.1. Das Betriebssystem verhält sich hier anders als gewohnt: Die Bedienelemente des Sperrbildschirms, das Dock und die App-Navigation wandern an die Seite und geben so Höhe für Inhalte frei. Die Dynamic Island stellt sich vertikal an den Rand, die Statusleiste schmiegt sich als runde Fläche in die Ecke.

Zugeklappt passt das iPhone Duo ziemlich genau in eine Handfläche.
Zugeklappt passt das iPhone Duo ziemlich genau in eine Handfläche. (Bild: Stefan Molz)

Aufgeklappt zeigt der Home-Bildschirm zwei Seiten nebeneinander, links davon die Ansicht „Heute“ mit den Widgets. Split View legt erstmals zwei Apps nebeneinander, wahlweise auch zwei Fenster derselben App, etwa in Safari. Kombinationen lassen sich als Pärchen sichern. Zoom, Netflix und Slack haben ihre Apps bereits an das Duo angepasst.

Standby bekommt ein Upgrade: Wer das Duo aufstellt, erhält wahlweise auf dem Außen- oder dem Innendisplay eine Anzeigefläche mit neuen Zifferblättern für Kalender und Wetter. Damit übernimmt das Duo auf dem Schreibtisch eine zweite Aufgabe, nebenbei dient es hier als digitaler Bilderrahmen.

Die Akkulaufzeit

Dunkel: Videowiedergabe. Hell: Videowiedergabe (gestreamt)
Dunkel: Videowiedergabe. Hell: Videowiedergabe (gestreamt) (Bild: Mac Life)

50 Prozent Ladung in rund 20 Minuten per Kabel, in rund 30 Minuten per MagSafe. Fürs schnelle Kabelladen setzt Apple ein Netzteil ab 60 Watt voraus, für MagSafe eines ab 35 Watt. Wie gehabt: Ein Netzteil liegt nicht bei.

Nicht ohne meine eSIM

Das iPhone Air bildete im vergangenen Jahr quasi die Vorhut, nun folgt das iPhone Duo: Auch Apples Foldable bietet keinen klassischen SIM-Karten-Schacht. Es kennt nur noch eSIM, kann dafür aber zwei Profile gleichzeitig aktiv halten. Apple verweist auf über 500 Anbieter, die den Standard unterstützen, in Deutschland unter anderem 1&1, O2, Telekom und Vodafone. Wer von einem älteren iPhone wechselt, überträgt das Profil bei der Einrichtung.

Vorab klären sollten Interessierte das neue Feature „iPhone Handoff“. Die Funktion reicht dieselbe Rufnummer zwischen zwei iPhone-Modellen weiter und arbeitet hierzulande zum Start ausschließlich mit der Telekom als Teil des MultiSIM-Angebots. Regulär kostet eine zusätzliche MultiSIM 6,95 Euro im Monat. Im Tarif MagentaMobil L ist eine enthalten, im XL sind es zwei. Aktiv im Netz ist dabei immer nur eines der beiden iPhones.

Touch ID statt Face ID

Das Duo entsperrt über einen Fingerabdrucksensor in der Seitentaste, Face ID entfällt in der ersten Gerätegeneration ersatzlos. Im Alltag heißt das: Der Griff muss sich erst einspielen. Wer eine Apple Watch trägt, kann das Duo aber zusätzlich über diese entsperren. Apps, die auf anderen Geräten nach Face ID verlangen, funktionieren auch auf dem iPhone Duo, nur eben über das Entsperren via Touch ID.

Noch eine Besonderheit betrifft die Tasten: Die Kamerasteuerung bleibt an Bord, die Aktionstaste aber fehlt. Das Duo ist damit das erste iPhone seit 2023 ohne frei belegbare Taste und ohne physischen Schalter für den Lautlosmodus. Wer stummschalten will, nutzt künftig das Kontrollzentrum in iOS.

(Bild: Apple)

Für wen sich das Duo lohnt

Das Duo rechnet sich unserer Einschätzung nach primär für drei Gruppen. Erstens für alle, die viel lesen: Zeitung, ePaper, lange Texte, PDF-Dokumente. Zweitens für alle, die unterwegs zwei Apps gleichzeitig brauchen, etwa Kalender neben Mail oder Karte neben Notiz. Drittens für alle, die bisher Telefon und kleines Tablet parallel tragen und dieses „Duo“ gegen nur ein Gerät tauschen möchten.

(Bild: Stefan Molz)

Wer dagegen vor allem fotografiert, telefoniert und Nachrichten schreibt, bekommt beim iPhone 18 Pro Max mehr Gerät fürs Geld, dazu ein langes Tele und Face ID. Wer häufig mit Handschuhen arbeitet, im Regen unterwegs ist oder auf Baustellen und in Sandkästen zu tun hat, überdenkt den Griff zum Klapp-Display ebenfalls besser.

Ein erstes Fazit

Apple kommt als Letzter. Das wäre schwer zu rechtfertigen, hätte der Konzern die Zeit nicht bestmöglich genutzt: das gleiche Seitenverhältnis beider Displays, die matte Nanotextur, welche die Falte kaschiert, das dünne Gehäuse und ein durchdachtes Scharnier. Das sind keine Kleinigkeiten, sondern Antworten auf genau jene Punkte, an denen faltbare Telefone bisher scheiterten. Dazu kommt Liebe zum Detail bei der Bedienoberfläche, von echter Bedienfreundlichkeit bis hin zu hübschen optischen Spielereien.

Offen bleibt indes das Wesentliche – und das lässt sich nicht in unserem kurzen Hands-on klären: die Haltbarkeit des Scharniers, zu der Apple keine Zyklenzahl nennt, die Akkulaufzeit im echten Gebrauch, die Verfügbarkeit optimierter Apps und die Frage, ob sich mit einem iPhone Duo tatsächlich anders und besser arbeiten lässt als mit einem herkömmlichen iPhone in bewährter „Barren“-Form.

Klar ist: Wer jetzt vorbestellt, sollte je nach Tiefe des eigenen Portemonnaies einen konkreten Grund haben und nicht bloß aus reiner Neugier handeln – diese lässt sich in den kommenden Wochen auch beim Besuch im Apple Store oder anderen Ladengeschäften beim In-die-Hand-Nehmen stillen – angefasst haben muss man das neue iPhone nämlich!

Einen ausführlichen Test liefern wir online auf maclife.de und in einer der kommenden Mac-Life-Ausgaben nach.

Checkliste: bis zum 16. Oktober erledigen!
  • Tarif prüfen: Unterstützt der Vertrag eSIM? Das Duo nimmt keine physische SIM-Karte mehr auf, führt dafür zwei eSIM-Profile gleichzeitig.
  • Anbieter prüfen: „iPhone Handoff“ läuft hierzulande zum Start nur bei der Telekom und setzt eine MultiSIM voraus.
  • Speicher prüfen: Einen Blick auf „Einstellungen“ > „Allgemein“ > „iPhone-Speicher“ werfen. Die heutige Belegung entscheidet über den Aufpreis…
  • Altgerät bewerten: Inzahlungnahme oder Verkauf geplant? Beides dauert. Wer am 23. Oktober tauschen will, holt jetzt Angebote ein.
  • Zubehör wählen: Das Folio mit Ständer oder eine schlichte Hülle: Beides ist am 16. Oktober bestellbar. Erstaunlich oft rutscht das Zeitfenster für die Lieferung von Zubehör schneller nach hinten als das der Hardware selbst.
  • Absicherung überlegen: Beim iPhone Duo raten wir explizit zu Versicherung via Apple Care. AppleCare+ kostet 20,99 Euro/Monat oder 209 Euro/Jahr. 
  • Kalendereintrag anlegen: Bestellstart ist am 16. Oktober um 14 Uhr. Loggen Sie sich früh morgens in die Store-App ein und legen Sie Ihre Wunschkonfiguration als Favorit ab – dann geht’s schneller.

Preise

(Bild: Mac Life)

Der Balken zeigt zweierlei: Zwischen Duo und Pro Max liegen 700 Euro, und in der Grundausstattung kostet das Duo fast so viel wie zwei MacBook Air. Der Vergleich hinkt, ordnet aber die Größenordnung ein.

Das Zubehör

Apple bietet zum Start zwei eigene Hüllen an. Das „iPhone Duo Folio“ in Taupe oder Navyblau kostet 149 Euro und bringt einen einklappbaren Standfuß mit, der verschiedene Aufstellwinkel erlaubt. Das iPhone Duo Case in Navyblau oder Sand kostet 89 Euro, besteht aus zwei Teilen und schützt beide Hälften ohne Ständer. Beide Hüllen erlauben das Laden per MagSafe und per Qi2 mit 25 Watt. Zur Einordnung: Aus 5,2 Millimetern werden mit Hülle schnell sieben oder acht. Im Karton liegt lediglich ein USB-C-Kabel, kein Ladegerät. Schutzgläser für das Außendisplay haben Drittanbieter im Angebot, ebenso wie eine erkleckliche Auswahl an Cases und Folios. „Nobody wants a stylus“? Mitnichten, Apple verspricht, dass das iPhone Duo noch in diesem Jahr den Apple Pencil (USB-C) unterstützt – und das auf beiden Displays. Wir sind auf die Umsetzung gespannt!

(Bild: Apple)
Stefan Molz // Chefredakteur
Stefan Molz

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.

Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.

Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.

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